Sebastian

Namenstage: Sebastian

Funktion: Heiliger, Märtyrer

Gedenktag: 20. Januar

orthodoxe Ostkirchen 24. Oktober, 18. Dezember

Patronat: Rom; der schwachen Kinder, der Sterbenden, Schützenvereinigungen, Soldaten, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisenhändler, Zinngießer, Steinmetze, Gärtner, Gerber, Tuchmacher, Töpfer, Bürstenbinder, Leichenträger; der Brunnen; gegen Epidemien (vor allem gegen Pest), Viehkrankheiten, Epilepsie, Religionsfeinde; Helfer bei Verwundungen
wird vor allem im deutschen Sprachraum als Nothelfer in vielen Anliegen angerufen

Die Daten zu Sebastians Leben überliefert eine Legende aus dem 5. Jahrhundert. Demnach stammte er aus Mailand und war Hauptmann in der Prätorianergarde Diokletians. Während der Christenverfolgungen nutzte er seine wichtige Stellung und die langjährige Abwesenheit des Kaisers, der gegen seine Konkurrenten Krieg führte, um seinen christlichen Glaubensgenossen im Kerker beizustehen, wohl auch um sie vor Verfolgung und Verhaftung zu warnen. Als Diokletian davon erfuhr, ließ er ihn an eine Säule auf der römischen Pferderennbahn binden und von numidischen (afrikanischen) Bogenschützen beschießen. Die Witwe des Märtyrers Castulus, Irene, wollte den Leichnam bergen und bemerkte, dass noch Leben in ihm war. Sie nahm ihn auf und pflegte ihn gesund. Sebastian wurde, sobald er wieder in der Öffentlichkeit erschien, aufs Neue verhaftet und im Circus Maximus zu Tode gepeitscht (oder mit Keulen erschlagen), sein Leichnam in die Cloaca Maxima, Roms Abwassersystem, geworfen. Lucina Anicia, die in diesen blutigen Zeiten schon mehrere Märtyrer bestattet hatte, begrub ihn in den Katakomben an der Via Appia, über denen im 4. Jahrhundert die Apostelbasilika entstand, heute die Kirche San Sebastiano. Seine Reliquien sind weit verstreut: Ein Arm kam 1250 ins Franziskanerkloster Hagenau (Elsass), sein Kopf in die Kirche Santi Quattro Coronati in Rom, die Hirnschale ins Benediktinerkloster Ebersberg (bei München). Seit seine Gebeine – bei einer Prozession durch die Stadt getragen – im 7. Jahrhundert eine Pestepidemie in Rom zum Erliegen gebracht haben sollen, gilt Sebastian als Helfer gegen diese Seuche.
Das erste Martyrium des Heiligen Sebastian wurde eines der beliebtesten Themen der Kunst der Renaissance. Der nackt am Baum stehende Märtyrer gab Malern und Bildhauern die seltene Gelegenheit, einen unbekleideten Körper darzustellen. Das Aussehen seines von vielen Pfeilen gespickten Körpers machte ihn zum Patron der Bürstenbinder.

Darstellung: als Soldat oder jugendlicher, halb nackter Märtyrer; oft zusammen mit dem Heiligen Rochus als Pestpatron

Attribute: Palmzweig, Krone, Bogen, Pfeile, Keule, Baumstamm (Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010