St. Gallus Möggingen

 
Die Kirche St. Gallus hat eine weit zurückreichende Geschichte. Das Patrozinium verweist auf den einstigen Ortsherrn, das Kloster St. Gallen. In einer Urkunde vom 7. Oktober 860 schenkte „König Ludwig der Deutsche" dem Kloster St. Gallen die „Villula Mechinga" samt Eigenleuten und Kirche und Land.
 
Anlässlich der Renovation 1975/1976 konnten diese alte Kirche und die weiteren Kirchbauten einschließlich der Beginenzellen dokumentiert werden. Grundgedanke dieser Renovation war, dem Ortsteil einen Ort der eigenen Identität durch das Sichtbarmachen seiner Geschichte zu erhalten.
 
So erinnert ein Rest eines gotischen Vorhangfrescos an die Kirche nach der Erweiterung 1363.
 
Die Reste der Renaissance-Fensterbemalung, der Türsturz der Sakristei und der Taufstein rufen den Wiederaufbau der Kirche nach dem Brand im Bauernkrieg 1525 wach.
 
Die barocken Teile und Ausstattungen zeugen vom Wiederaufbau der Kirche 1747, nach einer langen Notzeit nach dem 30-jährigen Krieg, in dem Ort samt Kirche zweimal gebrandschatzt wurden (1632 und 1636).
 
Die neoromanischen Teile einschließlich der Glasfenster machen die Erweiterung der Kirche nach dem Brand 1879 deutlich.
 
Bedeutsam sind die Epitaphe von Angehörigen der Familie von Bodman.
 
Zurückhaltend sind bei der Renovation 1976 der Zelebrationsaltar und der Ambo mit den Sedilien in den eine Andacht ausstrahlenden Kirchenraum eingefügt.
 
Eine schöne Abrundung des Gesamteindrucks der Kirche gibt die handgeschnitzte Gallusfigur an der Südwand nahe des Taufsteins (2004).
 
Orgel
Ein Kleinod der Kirche ist die Orgel (I/P 15, mechanische Schleifladen). Sie wurde 1814 für die kath. Pfarrkirche in Stockach von Johann Baptist Lang, Überlingen gebaut. Er erkrankte während des Baus schwer, so dass sein Geselle Anton Hieber die Orgel in Stockach aufstellte und zusammen mit Gottfried Maucher, Konstanz vollendete.
 
Die Orgel kam 1883 nach Möggingen. Sie wurde 1977 von Mönch Orgelbau, Überlingen umfassend restauriert nach streng konservatorischen Maßstäben. 
 
Weitere Informationen zur Orgel bei 
 
Glocken
Näheres zu den vier Glocken – auch zum Anhören – bei
 
Ökumenisches Gemeindeteam
In Möggingen, dem kleinsten Ortsteil der Stadt Radolfzell am Bodensee, hat sich vor einiger Zeit ein ökumenisches Gemeindeteam gebildet.
 
Was mit der gelegentlichen Nutzung der katholischen Kirche St. Gallus durch die evangelischen Mitchristen begonnen hat, entwickelte sich über gemeinsamen Kuchenverkauf zur Mitfinanzierung der Kirchenrenovation weiter. Damit war der gemeinsame Weg jedoch nicht zu Ende – heute finden regelmäßig ökumenische Wortgottesfeiern statt. Die ökumenischen Maiandachten und die gemeinsame Feier an Heiligabend haben mittlerweile Tradition. Zum Gemeindetreff, der einmal im Monat im Rathausstüble stattfindet, sind Mitglieder beider Konfessionen herzlich eingeladen.
 
Kirchenentwicklung 2030
Die Erzdiözese Freiburg hat mit der Kirchenentwicklung 2030 ein Projekt angestoßen, das die Gemeinden vor große Herausforderungen stellt. Ehrenamtliches Engagement wird immer wichtiger.
 
Wir sind in Möggingen momentan ein kleines Team in einer Gemeinde mit ca. 800 Einwohnern. Wir möchten weitere Menschen für unsere Sache gewinnen, damit wir in der künftigen großen Kirchengemeinde Bodensee-Hegau einen Ort für Ökumene schaffen und damit auch zukünftig unsere Gemeinde lebendig halten können. So könnten wir auch langfristig dazu beitragen, dass unsere Dorfkirche erhalten bleiben kann.
 
Renovation
Anfang 2022 sind am Aufgang zur Orgelempore Teile der Decke heruntergefallen.
Umfangreiche Untersuchungen und Berechnungen schlossen sich an.