Beschreibung Münster ULF

Spätgotische Pfeilerbasilika

Baubeginn 1436, von dem vermutlich romanischen Vorgängerbau und der Anlage des Bischofs Radoltus gibt es keine Reste.
1488 Weihe des Chores
1488 vorläufiges Bauende
1510/16 Erhöhung des Langhauses (Holzdecke)
1550/52 Einwölbung der Seitenschiffe 1554 Verzierung dieser Gewölbe mit gotischer Malerei (Sichtbar im Joch beim hinteren Eingang vom Marktplatz her)
1713 Barockes Stichkappengewölbe im Mittelschiff
1982 - 98 letzte Renovation

Kirchturm: Heutige Gestaltung von 1902/03, Höhe: 82 m - der höchste Kirchturm am Bodensee.

Das Münster ULF ) steht an der Stelle der durch Bischof Radolt 826 gegründeten „Cella Radolti". Aus der geistlichen Gemeinschaft (Chorherrenstift) und dem ehemaligen Reichenauer Kellhof entwickelte sich die Stadt.

Die bis heute anhaltende Wallfahrt und Verehrung der Radolfzeller Stadtpatrone Theopont, Senesius und Zeno („die heiligen Hausherren"), deren Reliquien Radolt hierher brachte, wird am sichtbarsten am Hausherrenfest (3. Sonntag im Juli), bei der Wallfahrtsmesse jeden Mittwoch und in zahlreichen Kunstwerken, darunter der Hausherrenschrein (14./15. Jh.) und das Zeno-Reliquiar (Büste 15. Jh.?). Der Grundstein zur spätgotischen Pfeilerbasilika wurde 1436 gelegt die gegen 1550 vollendet wurde. Zur ursprünglichen Ausstattung gehören die Reste eines ursprünglich gemalten Kreuzweges (im Seitenschiff um 1490) mit Radolfzell und dem Bodensee als Hintergrund. Auch spätere Zeiten haben eindrucksvolle Zeugnisse hinterlassen: der inmitten des Dreißigjährigen Krieges in der Werkstätte der Gebrüder Zürn geschaffene Marienaltar (1632) mit den Medaillons des Rosenkranzes (daneben der Sarkophag unseres Stadtgründers Radolt), die Hausherrenkapelle mit den Plastiken der Stadtpatrone im Mittelpunkt (Altarblatt F. J. Spiegler 1753) oder auch der neogotische Hochaltar (1897, Werkstätte Eberle) u.a. mit Szenen aus dem Leben Jesu und Mariens.

Zu den Spuren der Gegenwart gehören der moderne Taufbrunnen mit Bronzereliefs (M. Daum, 1989) der Parallelen zwischen Bibeltexten und der Hausherrenverehrung aufzeigt; sowie ein durch die Akzente der afrikanischen Theologie geistlich bereichernde Kreuzweg aus Tansania.

 

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Impressionen vom Innenraum des Münsters mit Gerüsten

 

Altes Lettnerkreuz an neuem Platz:

Seit der Fastenzeit 2012 ist das alte Lettnerkreuz wieder in den Trimpfbogen zurückgekehrt;
siehe unter:"Papstkreuz"

Die Münsterglocken

Weit über Radolfzell hinaus ist das schöne Geläute unseres Münsters bekannt.

Informationen zu den Glocken, sowie ihr Klang, können Sie hier lesen und hören.

Das Geläute wurde nach dem Verlust der früheren Glocken nach dem Zweiten Weltkrieg 1953 nach der Disposition von Domkapellmeister Prof. Stemmer (Freiburg) von der Glockengießerei Schilling in Heidelberg gegossen. Die Glocken laden ein zu den Gottesdiensten und erinnern uns an das Gebet, vor allem beim Angelus. Wie bei vielen großen Geläuten besteht heute das Bemühen, durch unterschiedliches Läuten auch die unterschiedlichen Gottesdienste und die unterschiedlichen Zeiten im Jahreskreis des Kirchenjahres deutlich zu machen.

Münsterpfarrer P. Nicola in Salem, der ein ausgewiesener Glockenexperte ist und schon viele Läute-Ordnungen im Bistum entwickelt hat, war dankenswerterweise bereit, auch für unser Münster eine solche Läute-Ordnung zu entwickeln, dass so die Schönheit des liturgischen Läutens noch mehr erfahren werden kann.

Historisches Läuterad