Festgottesdienst zum 1200-jährigen Stadtjubiläum

23.09.2026 | Eine würdige Feier am Gedenktag von Bischof Radolt von Verona.

Bischof Radolt hat auch etwa 1179 Jahre nach seinem Tod Menschen zusammengeführt und auch ins Nach-denken gebracht über die eigenen Entscheidungen des Lebens: So! Oder anders?

Radolfzell, 13. September 2026

Am 12. September waren viele Menschen am Altstadtfest in guter Feierstimmung und auch am 13. September  interessiert an Bischof Radolt, seiner Zeit und der Entwicklung der Stadt.  Zum Festwochenende kamen auch Gäste aus den Partnerstädten Istres und Amriswil sowie Msgr. Bruno Fasani als Vertreter des Bischofs von Verona.
 
Für uns ist der 13. September immer ein besonderer Tag. Der Todestag von Bischof Radolt hat sich ins Gedächtnis eingeprägt und in diesem Jahr ist er auf einen Sonntag gefallen. Der Festgottesdienst am Morgen war gerade auch durch die Mehrsprachigkeit geprägt. Die Gäste unserer Partnerstädte und Msgr. Fasani aus Verona feierten diesen Gottesdienst mit. Der Chor und Instrumentalisten musizierten zusammen mit der ganzen Gemeinde. Die Radolt-Messe, eigens von Prof. Jürgen Essl (Stuttgart) komponiert für das Jubiläum, erklang wiederum wie am Hausherrenfest und lud auch dieses Mal alle ein, mitzusingen.
 
Msgr. Bruno Fasani machte in seinem Grußwort deutlich, dass Bischof Radolt damals Entscheidungen getroffen hat, die bis heute tragen. Ebenso sprach er von einer Kirche, für die Staatsgrenzen und Nationalitäten keine Abgrenzung bedeuten. Im Blick auf die Konflikte unserer Zeit bestärkte er alle, sich für Frieden einzusetzen und weit zu denken. Der Landtagsabgeordnete, Bürgermeister benachbarter Städte und Ortschaften und aus Istres und Amriswil sowie unsere GemeinderätInnen machten deutlich, dass diese Cella Ratoldi vor 1200 Jahren einen Impuls gesetzt hat für das Leben und die Entwicklung zu einer Stadt und Beziehungen über Stadtgrenzen hinweg.
 
Am Abend zeigte sich im Münster, wie Stunden intensiven Probens und die Leidenschaft am gemeinsamen Musizieren Menschen berührte, in Bann zog und begeisterte. Die Münsterbläser haben dem Festtag einen Abend mit Glanz bereitet. Die beiden Solisten Reinhold Friedrich und Uwe Schrodi, der musikalische Leiter Ralph Springmann, Organist Martin Weber und die Münsterbläser haben alle durch die musikalischen Epochen geführt und am Ende die Dankbarkeit der Zuhörenden genießen dürfen. Der Münsterbauverein hat zusammen mit dem Ensemble auch an die Verantwortung für den Erhalt des Münsters erinnert, in dem Bischof Radolt bestattet ist.
Ein Fest braucht die Menschen, die Lust haben miteinander zu feiern. Und dieses Feiern hatte verschieden Facetten, von der Ausgelassenheit und Partystimmung über die Zeitinseln der Geschichte und der Vermittlung von Inhalten bis – und nicht zuletzt – der Feier der Eucharistie im Münster, in der Nähe der sterblichen Überreste  des Namensgebers unserer Stadt.
 
Seine Gebeine wurden schon einmal aus dem Boden geholt, in ein Hochgrab gelegt und später zur Seite gerückt beim Marienaltar. Im Gedenken ist er weiterhin und gerade in diesen Tagen war dieses erfüllt mit Dankbarkeit. Radolt hat auch etwa 1179 Jahre nach seinem Tod Menschen zusammengeführt und auch ins Nach-denken gebracht über die eigenen Entscheidungen des Lebens: So! Oder anders?
 
Allen, die sich um diese Tage sorgten und sie zu einem Fest werden ließen: Dank!
Heinz Vogel