Läuterad

Das historisches Läuterad im Münster ULF
Eher zufällig wurde im vergangenen Sommer bei Aufräumarbeiten im Pfarrarchiv des Münsters ein historisches Läuterad entdeckt. Vereinzelt erinnerten sich frühere Ministranten noch daran, dass es – wohl bis zur Kirchenrenovation von 1965 – im Chorraum des Münsters hing und an Hochfesten bei der Wandlung oder beim Te Deum vom Mesner zum Klingen gebracht wurde. Nach der Untersuchung des Erzbischöflichen Glockeninspektors aus Heidelberg handelt es sich um ein sehr seltenes liturgisches Gerät, einzig das Freiburger Münster kennt nach seinen Angaben noch ein Läuterad in unserem Bistum (-dort allerdings vertikal angebracht-), das zum Te Deum an besonderen Festen verwendet wird. Unser Rad trägt die Inschrift: „Zur Ehre Gottes – von der Familie H. Streicher“. Dies deutet darauf hin, dass es wahrscheinlich in der Zeit unmittelbar nach 1900 gestiftet wurde. Da die kleinste Glocke nicht mehr vorhanden war, wurde das Rad vom ehemaligen Oberministranten Reiner Alferi sorgfältig gereinigt und dann in die Glockengießerei Perner nach Passau überbracht. Ein Stifter ermöglichte durch eine großzügige Spende den Neuguss des kleinsten Glöckleins und nun hängt das Rad wieder und wird an Hochfesten erklingen – wie die Stifter es wollten: „Zur Ehre Gottes“! Allen Beteiligten, die geholfen haben, diese Rarität für Radolfzell zu erhalten, ein herzliches „Vergelt’s Gott!“
